Die Menschen mussten schon immer mit den Naturgewalten und ihren Elementen kämpfen. Das unzähmbare Feuer und das Wasser waren die Feinde der Bergleute, aber auch ihre Helfer. Es war notwendig sie zu zähmen. Das Kremnitzer Grubenrevier baute Abwässerkanäle in drei Erdstollen. Sie liegen etwa übereinander, wobei in dem schmalen Tale der jeweils Tiefste am wirkungsvollsten war.
Der Obere Erbstollen / die Städtischen Erbstollen slov. Horná dedièná štôlòa, naturgemäss der Älteste, wurde in den erhaltenen Dokumenten erstmals 1385 aktenkundig. Über Beginn und Fertigstellung des sicher viel älteren Stollens ist nichts weiter bekannt. Er ist im Bergfeld der so genannten " vorderen Zech" angelegt. Die Einmündung ist 50 m von Schacht Ferdinand entfernt. Die Vortriebsstelle befindet sich in der Ortschaft Kremnické Bane. Der Erbstollen ist 4 280 m lang, 120 bis 160 m tief, die durchschnittliche Steigung beträgt 1,34 %. Gegraben wurde er mit dem Eisen und dem Hammer, mit ellipsenartigem Profil. Im unteren Teil des Stollens befindet sich der Wasserkanal. Er entwässerte bzw. bewässerte die ehemaligen Grubenanlagen Klingsbittner, Alter statisch, Rothirsch, Finsternen, Dreifaltigkeit, Mariahilfe, Rudolph, Kribanus, Anna, Matthei, Leopoldi, Grund und Heilliger.
Der zweite Erbstollen, mit der Bezeichnung tiefer Erbstollen slov. Hlboká dedièná štôlòa, liegt 102 m unter dem Ersten. Er mündet in Nordost von der Ortschaft Horná Ves, unweit von der Hauptstrasse No. 65. Mit der Grabung wurde am 2.10.1519 begonnen. Die mühsame Arbeit wurde allein mit Schlägel und Eisen ausgeführt, es dauerte bis 1613. Der tiefere Erbstollen ist 7 050 m lang, mündet in der Meereshöhe 472,9 m. ü.d.m. und die durchschnittliche Steigung beträgt 0,51 %. Er verläuft geradewegs vom Süden nach Norden und erfasst die Schächte: Einfahrt, Treig, Steiner, Trocken, Gericht und Daniel als Wetterschacht, weiter : Karol, Kornmühl, Heilig-Drei-König, Kunst, Alter, Maximilian, Mariahilfe, Rudolphi, Anna, Matthei und Leopold, als den nördlichsten Endpunkt.
Der jüngste, tiefste und längste ist der dritte Erbstollen, heute benannt Der Haupt Erbstollen. Zu Ehren des gerade amtierenden Monarchen 1842, erhielt er bei Baugebinn den Namen " Kaiser-Ferdinand – Erbstollen ". Als Bauträger bestimmte der Hauptkammergraf Michael Svaiczer in seiner Bauverfügung die Ärargesellschaft
" Goldkunsthandlung zu Kremnitz ". Der Baubeginn war am 28. August 1842, der Bau vom Annaschacht in der Ortschaft Kremnické Bane begann im Jahre 1931.
Nach den Plänen sollte er für mehrere Jahrhunderte den Kremnitzer Bergleuten trockene Beine und eine atembare Luft sichern. Die Ergiebigkeit der Erzfelder wurde als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Stollenmündung des dritten Erbstollens befindet sich im breiten Grantal, gegenüber der Burgruine Sachsenstein in einer Höhe von 255,7 m. Die gesamte Länge der Haupt Erbstollen von der Mündung bis zum Annaschacht ist 15 481 m. Die durchschnittliche Steigung beträgt 0,09 %. Auf diesem Niveau waren in 9461 m Grubenausgänge.
Die Sohle liegt im Stadtgebiet 222 m unterhalb des Tiefen Erbstollens. Zu Belüftung des ungewöhnlich langen Stollens waren vier Lüftungsschächte notwendig. Der letzte davon der " Viererschacht " - šachta è.4, liegt bereits auf Kremnitzer Gebiet. Heute ist er der einzige funktionsfähige Schacht mit einer Maschinnenhalle die als Verkehrsweg dient, für den Zutritt in das unterirdische Wasserkraftanlagensystem in einer Tiefe von 245 m. Die Kraftanlage wurde im Jahre 1921 mit drei Peltonturbinen in Gang gesetzt.
Sichtbar ist noch das Gebäude des Schacht Ferdinand mit der Maschinnenhalle und dem Förderturm bei dem Bergwerksdirektorium. Der Schacht ist 160 m tief. Im Jahre 1877 war hier die erste Dampffördermaschine installiert. Im Nordwesten kann man den dominanten Förderturm des Ludvikschachtes sehen. In den Jahren 1892 –18 94 wurde hier die erste elektrische Fördermaschine gebaut. Die elektrische Energie dazu, wurde in den ersten Wasserkraftanlagen in Kremnitz erzeugt. Die Goldförderung im Ludvigschacht endete am 15. Dezember 1970.
Unweit des Schachtes steht das Gebäude der Erzbrecherei und das Mühlhaus mit den Erzaufbereitungsanlagen. Dieser Komplex wurde Pochwerk genannt. Die Arbeit endete im Jahre 2000.
Die Grubenversenkung Šturec ist mit einer Länge von 700 m, einer Breite von 200m und einer Tiefe von 120 m, die größte in der Slowakei.
Das Wasser war beim mittelalterlichen Bergbau eine der wichtigsten Komponenten. Auf der einen Seite war es ein unentbehrlicher Helfer bei der schweren Arbeit des Bergmannes, auf der anderen Seite ein Fluch, wenn es in grösseren Mengen in die mühsam geschlagenen Stollen und Schächte einbrach und die Arbeit der Knappen behinderte, oder oft genug unmöglich machte. Die Energie des fliesenden Wasser ist wichtig zu nutzen, denn sie ist für den Menschen ein kostbares Geschenk. Ohne diese Energiequelle wäre Kremnitz nie zu der Bedeutung als Berg- und Münz-stadt gelangt, die es über Jahrhunderte hatte. Die erste aufwendig angelegte Wasserleitung brachte schon 1442 das Wasser aus dem Sohler Grund zu den Bergwerken. Sie war auf ihrer ganzen Länge abgedeckt. Noch heute leitet sie Nutzwasser in das Stadtgebiet.

Die Wasserleitung von Turz-Turèekovský vodovod
Eine entscheidende Tat der damaligen Ingenieure war die Sicherung des Wassers aus den ausgedehnten Turzer Wäldern für den Kremnitzer Bergbau, als das Wasser aus dem Sohler Grund nicht mehr reichte. Die Energie dieses Wassers hat noch heute eine große Bedeutung für Kremnitz und wird sie noch lange haben. Die Wasserleitung wurde in den Jahren zwischen 1443 und 1500 angelegt. Sie überbrückt die Wasserscheide zwischen dem Waagfluss / Váh / und der Gran / Hron /. Das Wasser wurde während den Jahrhunderten mit Wasserrädern angetrieben. Haupsächlich die Erzmühlen und die lärmenden Pochwerke wurden hier errichtet. Die gesamte Länge bis zu der Mündung in das erste Wasserbecken ist 17 411 Meter, die Überhöhung ist 62 m. Die Gesamtlänge der Trasse bis zu der Mündung des Haupterbstollens ist 34 405 Meter und die Überhöhung ist 587 Meter. Zu diesem Wasserwerk gehört die Kaskade das Wasserbecken: Nr. 1 in der Ortschaft Kremnické Bane, in der Meereshöhe von 730 m, mit einer Kapazität von
22 600 m3 Wasser und das Wasserbecken Nr. 2 in der Meereshöhe von 600 m, mit einer Kapazität von 32 600 m3 Wasser. Hier sind 9 Stollen und 3 Wasserkraftanlagen erbaut.
Am Ende des 19. Jahrhundert wurde das Wasser zum Antrieb der Wasserkraftwerke genutzt. Die Erste Wasserkraftanlagen in Kremnitz, wurde 1894 gebaut in der Umgebung Neustifft. Im Jahre 1913 war das zweite Kraftwerk fertig. Das unterirdische Kraftwerk wurde in den Jahren 1914 -1915 gebaut, betrieben wurde es ab 1921. Das letzte Kraftwerk wurde im Jahre 1941 gebaut und betrieben.